Pflanzen
Die bunten Früchte der Palme
Sind Sie schon einmal unter einer großen Palme spazieren gegangen und haben die Büschel kleiner, orangefarbener oder gelber Früchte bemerkt, die sich unter ihrer gewaltigen Krone verbergen? (Falls nicht, müssen Sie es sich einfach vorstellen.)

Die Kanarische Dattelpalme bringt Früchte hervor, die wie Miniatur-Datteln aussehen – und tatsächlich sind sie mit den Datteln verwandt, die wir als Lebensmittel kaufen. Doch es gibt einen Grund, warum diese kleinen Früchte nur selten auf unseren Tellern landen.
Sind es tatsächlich Datteln?
Botanisch gesehen handelt es sich um dattelartige Früchte einer Pflanze, die zur gleichen Gattung wie die echte Dattelpalme gehört. Die Früchte der Kanarischen Dattelpalme sind meist nur etwa 1,5 bis 2 Zentimeter groß und färben sich bei der Reife gelb-orange.
Im Inneren befindet sich ein relativ großer Samen, der nur von einer dünnen Schicht Fruchtfleisch umgeben ist. Das ist der erste Hinweis darauf, warum diese bunten Früchte nie zu Lieblingen im Supermarkt wurden.
Kann man sie also essen?
Ja, die Frucht gilt im Allgemeinen als essbar. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass sie kaum nennenswertes Fruchtfleisch bietet.
Die Pflanze wird vorwiegend als Zierpflanze kultiviert und nicht wegen ihrer Früchte.
Die interessantere Frage lautet daher nicht „Sind sie essbar?“, sondern „Warum essen wir sie nicht?“. Aufgrund des großen Samens und des geringen Fruchtfleischanteils sind andere Dattelarten als Nahrungsmittel schlichtweg attraktiver.
Dennoch sollte man davon absehen, einfach so Früchte von Straßenbäumen, aus Parks oder anderen Grünanlagen zu essen. Eine korrekte Bestimmung ist wichtig, und man weiß oft nicht, welche Pestizide oder sonstigen Mittel bei der Pflege der Zierpflanze eingesetzt wurden.
Warum pflanzt man diese Palme an?
Meist wird diese Palme wegen ihres imposanten Erscheinungsbildes geschätzt. Ein ausgewachsenes Exemplar kann einen kräftigen Stamm, lange grüne Blätter und eine breite, rundliche Krone ausbilden. Diese Gestalt macht sie zu einem markanten Blickfang in Gärten und auf Freiflächen.
Zudem sorgt die Palme für ein warmes, tropisches Flair, ohne dass eine aufwendige Gartengestaltung erforderlich ist. Sie lässt sich als Solitärpflanze einsetzen oder in Gruppen pflanzen, um beispielsweise eine klare Linie entlang weitläufiger Außenbereiche zu schaffen.

Mehr als nur ein Obstbaum
Die Kanarische Dattelpalme ist auf den Kanarischen Inseln heimisch, hat sich jedoch weltweit in warmen Regionen als beliebte Zierpalme etabliert. Ihre Attraktivität verdankt sie vor allem ihrer imposanten Gestalt: einem kräftigen, einzelnen Stamm, der von einer riesigen Krone aus gebogenen, grünen Palmwedeln gekrönt wird. Laut NParks kann die Art eine Höhe von etwa 21 Metern erreichen, wobei einzelne Wedel mehrere Meter lang werden.
In diesen Wedeln verbirgt sich zudem eine Besonderheit: Die unteren Bereiche sind mit scharfen Dornen besetzt, weshalb beim Annähern an eine ausgewachsene Palme oder bei deren Rückschnitt Vorsicht geboten ist.
Lässt sie sich aus einem Samen ziehen?
Die kleinen Früchte enthalten keimfähige Samen, aus denen neue Palmen gezogen werden können. Die Keimdauer variiert stark je nach Temperatur, Feuchtigkeit und anderen Bedingungen. NParks berichtet, dass frische Samen bereits nach etwa 30 Tagen keimen können, während UF/IFAS unter den dort genannten Bedingungen (hohe Temperaturen) einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten angibt.
Anschauen erlaubt – aber vor dem Probieren nachdenken
Die leuchtenden Fruchtstände unter der Krone einer Kanarischen Dattelpalme sind mehr als nur Zierde. Die Früchte sind zwar essbar, doch ihr dünnes Fruchtfleisch und der eher unscheinbare Geschmack erklären, warum diese spektakuläre Palme vor allem als Zierbaum für die Landschaftsgestaltung bekannt wurde und nicht als Dattellieferant.
Wenn wir also das nächste Mal etwas entdecken, das wie winzige Datteln über uns hängt, gibt es eine einfache Antwort auf das Rätsel: Ja, sie sind essbar, aber die wirklich guten Datteln wachsen an einer anderen Palme.